Die Klivie ist eine der ganz wenigen Zimmerpflanzen, die fast ein jeder mit Namen zu nennen weiß, die allen Modelaunen und selbst dem sich verändernden Wohnklima zum Trotz nie ganz aus dem Blickfeld geriet. Der deutsche Name der Klivie lautet Riemenblatt, die botanische Schreibweise ist Clivia, die Klivie erlebt zurzeit eine Renaissance in Deutschland.
Ihr Name klingt nach Römischen Elegien und Sommernachtstraum, aber weit gefehlt. Früher einmal hieß sie Himantophyllum, dann kam die botanische Neuordnung und mit ihr Lady Charlotte Florentine Clive (sprich:klaiv), Herzogin von Northumberland und Familie. Ihr Mann der Duke von Northumberland war der Besitzer einer Pflanzensammlung. Diese umfangreiche Sammlung stand unter der Regie von Forrest, dem Verwalter von Syon House. In den Gewächshäusern von Syon House in Middlessex erblühte die Klivie (Clivia nobilis) erstmalig 1827. Man war sich sehr schnell darüber einig, dass es sich um eine völlig neue Pflanzengattung handelte. Gleichzeitig wurde die Klivie erstmalig von dem Botaniker Hooker 1828 als Imantophyllum aitoni beschrieben. Ebenso beschrieb der Botaniker Lindley sie am selben Tage als Clivia nobilis. Nach der Duchess of Northumberland, Lady Clive und ihrer Familie erhielt sie den Namen Clivia. Lady Clive schuf als Ehrenpatin die Verbindung zum feinsten englischen Hochadel nördlichen Gepräges und sorgte dafür, dass die Klivie sich schnell im Adel verbreitete. Wer nun der Erste war, der die Klivie beschrieb, setzte die damalige Fachwelt vor ein großes Problem, da beide Beschreibungen am gleichen Tag veröffentlicht wurden. Letztendlich setzte sich Clivia durch! Clivia lässt sich einfach leichter merken und außerdem war die Lady Clive als Ehrenpatin zur damaligen Zeit sehr beliebt. Der deutsche Botaniker Hr. Regel manifestierte durch einen Beitrag in der Gartenflora von 1864, Lindleys Erstbeschreibung der Clivia nobilis nun endgültig.
Die Klivie hat eine sehr lange Tradition in Deutschland und Europa. Man kann sie als die ideale Zimmerpflanze bezeichnen. Sie hat prachtvolle Blüten in leuchtenden Farben. Sie hat gleichmäßiges und glänzendes Laub. Als Übergang zur nächsten Blüte hat sie einen sehr schönen Fruchtschmuck. Natürlich ist sie fast unempfindlich gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Es gibt keine Pflanze, die auf Grund der strengen Auswahlkriterien mit ihr standhalten könnte. Seit 150 Jahren erfreut sie uns in Deutschland und Europa. Aus der Stammform (C. miniata) begann man durch Kreuzungen in Deutschland und Europa Hybriden zu züchten, welche sehr schöne, dekorative Pflanzen in den Farben Elfenbein, Zitrone, Weiß, Rosa, Lachsrosa, Rot, Ziegelrot und Orange etc. ergaben. Ihre Züchtung begann in Belgien um 1860, ihre Hochburg lag ebenfalls in diesem Land. 1879 wurde in Gent der heutige `Belgische Typ‘ mit breiten Blättern und vielen großen Einzelblüten auf einem kräftigen Blütenstand vorgestellt. In den Vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts hatte die Klivie ihren Höhepunkt in Deutschland. Leider ist ein großer Teil der Pflanzenbestände und Aufzeichnungen im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen. Es gibt teilweise noch Aufzeichnungen in der Gartenwelt von 1940 und 1942. Meine Aufgabe ist es, durch gezielte Informationen diese prachtvolle und wunderschöne Pflanze der breiten Öffentlichkeit vorzustellen und wieder im Fokus der Pflanzenfreunde zu manifestieren. Auch möchte ich die verstreuten Informationen, alte Pflanzenbestände und das Wissen über Klivien in Deutschland und Europa zusammen tragen.
Lassen Sie sich nun auf meiner privaten Homepage www.Klivie.de von der Perle aus Südafrika verzaubern.
Theo Suchland
Mitglied der Südafrikanischen-Klivien-Gesellschaft
